Nach dem eher frustrierenden Ergebnis des letzten Sonntags war es heute in Müs für die Moral wichtig, etwas Zählbares gegen ein gleichstarken Spielpartner mitzunehmen. Das gelang zumindest teilweise.
Von Beginn an entwickelte sich ein munteres Spiel, das überwiegend im Mittelfeld stattfand und nur wenige Chancen darbot. Dann die Führung der Heimmannschaft zum 1 : 0 (18.), dem die 2 : 0 Führung nahezu unmittelbar folgte. Beide Treffer waren fast identisch. Konzentrationsmängel, keine konsequente Klärung und mangelnde Abstimmung zwischen Torhüter und Defensivabteilung machten es der Heimelf leicht. Gingen in dieser Saison nach einem solchen Rückstand teilweise die Köpfe unserer Spieler nach unten, riß man sich heute zusammen, erkannte, dass der Gegner auch nicht stärker war und spielte die ein oder andere Gelegenheit heraus. So fiel in der 25. Min. das Anschlußtor durch Hasanzadeh, der eine schöne Flanke mustergültig verwertete. Dennoch unterschied sich das Spiel beider Mannschaften. Während Müs direkt und unkompliziert agierte, war unsere Elf zwar eifrig, aber oft zu umständlich bzw. ballverliebt. So mußte man vor der Pause noch das 3 : 1 hinnehmen, konnte aber nach einem Alleingang von Maurus Klüber durch Muaz Demir wiederum den Anschluß herstellen.
In der zweiten Hälfte, in der unsere Elf stärker wurde, konnte man trotzdem die altbekannten Mängel erkennen. Die Verwertung vielversprechender Szenen erfolgte mängelbehaftet und statt klarer Torschüsse verrannte man sich in aussichtsreicher Schussposition in nicht zum Ziel führendes Klein-Klein-Spiel.
Dass am Ende noch der Ausgleich fiel, war aufgrund des Spielverlaufs durchaus gerecht. Ein Demir-Freistoß netzte Hasanzadeh zum umjubelten Ausgleich ein (85.). Dass dem Bachrainer Anhang kurz vor Schluß fast das Herz stehen blieb und die Mannschaft sich um den verdienten Lohn gebracht hätte, als der Ball vor dem Tor leichtfertig vertändelt wurde und der Müser Spieler die Chance nicht nutzte und Hermann in die Arme schoß, sei am Rande erwähnt.
Ein verdienter Punkt, der mit viel Eifer, anerkennenswerter Laufarbeit und im aufopferungsvollen Füreinanderkämpfen auch ein Dreier hätte werden können, wenn die aufgezählten Unzulänglichkeiten unterblieben wären. Dennoch ein positiver Eindruck, den es am kommenden Sonntag gegen Spitzenreiter Borussia Fulda zu untermauern gilt.
Unser Trainer Natnael Weldetnsae setzte folgende Spieler ein: Nzeungo, Acar, Hasanzadeh, Staubach, Haile Negussi, Klüber, J. Brähler, Abramski, Kabul, S. Demir, Lehmann, K. Sarvan, M. Demir